Allgemeines

 

Die Juniorprofessur beschäftigt sich in der Forschung mit den Werkzeugen und Methoden, die im Entwurf zur Anwendung kommen und lässt sich somit dem wissenschaftlichen Bereich der Entwurfstheorie zuordnen. Innerhalb der Fakultät II ist sie im Verbundforschungsfeld „Kontext und Form“ positioniert.

Inhaltlich wird der Begriff des Werkzeugs in der Forschung weit gefasst: da das Entwerfen eine Tätigkeit ist, die sich aus intuitiven und rationalen Prozeduren zusammensetzt, können mehrere Kategorien von Werkzeugen definiert werden: Werkzeuge der Darstellung, Werkzeuge der Analyse und Synthese, Werkzeuge der Kommunikation und Denkwerkzeuge, die dem Auffinden und der Organisation von entwurfsrelevantem Wissen dienen. Die Kombination und Interaktion dieser verschiedenartigen Werkzeuge ermöglichen die kreativen, innovativen und problemlösenden Momente, die den Entwurf letztendlich ausmachen.

In diesem Zusammenhang werden in der Forschung folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Welches Potential liegt in der Recherche von architektur-externem Wissen und wie integrieren Entwerfer die gesammelten Informationen in ihre Entscheidungsprozesse? Kann man bei diesen Übertragungen zwischen Informationentransfer und Methodentransfer unterscheiden?
  • Inwieweit können Werkzeuge die Diversität von Fachsprachen überwinden und zu kommunikativen Schnittstellen werden? Wie wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit von einer Notwendigkeit zu einem Potential?
  • Woraus entwickelt sich der architekturinterne Wissenskorpus – in Form von Referenzen, Handbüchern und Normen – und wie revidiert und erneuert er sich?
  • Welches Potential liegt in der Entwicklung persönlicher Entwurfswerkzeuge und Methoden?
  • Wie beeinflussen das Berufsbild des Architekten und die Auswahl der Entwurfswerkzeuge sich wechselseitig?
  • Welche Werkzeuggenealogien lassen sich beschreiben, um innovative Werkzeuge in die kulturelle Praxis des Entwerfens einzuordnen?
  • In der Wahl von Darstellungstechniken und im Vergleich von analogen und digitalen Instrumenten: Welche Wirkungsmacht entfalten die Werkzeuge im Entwurfsprozess – inwieweit konditionieren sie die Ergebnisse?
  • Angesichts der Verfügbarkeit immer größerer Datenmengen im Entwurfsprozess: Wie entwirft man Kriterien der Selektion und Gewichtung?

Die Forschung—die wie beschrieben vor allem eine Forschung am Entwurf ist—lässt sich sehr gut mit der Lehre verknüpfen, weil die Studierenden Werkzeuge ausprobieren und beschreiben, eigene Werkzeuge entwickeln und die Beobachtung studentischer Entwurfsprozesse wissenschaftlich ausgewertet werden kann.